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Prof. Dr. Ute Verstegen

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Fundstück 2009-07: Nürnberger Jubiläen 2009 

Fundstück 2009-07: Nürnberger Jubiläen im Jahr 2009 

Zwei bedeutende Nürnberger Kulturschätze feiern 2009 runde Jubiläen, die Deutschordenskommende und das sogenannte "Männleinlaufen":


Vor 800 Jahren wurde der Deutsche Orden in Nürnberg ansässig. Der geistliche Ritterorden, dessen Mitglieder sich nach einem ehemaligen deutschen Spital in Jerusalem als "Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem" bezeichneten, wurde 1190 in Akkon gegründet und war ab 1198 neben Johannitern und Templern als ritterliche Kampfgemeinschaft zum Schutz der Pilger im Heiligen Land tätig.

Auch im Reich wurde der Orden bald aktiv. Bereits 1209 übergab Otto IV. den Deutschherren die bei Nürnberg gelegene Jakobskirche und deren Güter als Schenkung. Eine Urkunde aus den Jahren zwischen 1210 und 1213 belegt, dass der Nürnberger Konvent zu dieser Zeit aus sieben Ordensbrüdern bestand. 1216 schenkte Kaiser Friedrich II. dem Orden die Margarethenkapelle der Nürnberger Burg, weitere Güter im Umkreis der Stadt wurden nach und nach hinzuerworben. Von besonderer Bedeutung für Nürnberg war das durch den Orden betriebene Hospital, als dessen Patronin in den 1260er Jahren die hl. Elisabeth (1207-1231) genannt wird, deren Grab in Marburg die Deutschherren seit 1234 unterhielten und 1235-1287 mit dem Bau der Elisabethkirche, einem der frühesten gotischen Bauwerke im Reich, überhöhten.

Einer der bekanntesten Deutschordensritter ist der Dichter und Minnesänger Tannhäuser († nach 1265). In der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse) wird erwähnt, dass er "bey Sankt Jakob" bestattet sei, sein Grab ist aber nicht bekannt.

Nach der Reformation war die Deutschherrenkommende die einzige katholische Institution in Nürnberg und Umgebung. 1806 weitgehend aufgehoben, wurde die Kommende 1809 abschließend säkularisiert.

Literatur:

Links:

Bild rechts: Isometrischer Riss der Nürnberger Deutschordenskommende von 1625 (Bildnachweis).

Die zum Hauptmarkt gewandte mechanische Uhr an der Nürnberger Frauenkirche, das im Volksmund sogenannte "Männleinlaufen" oder auch "Männlaslaafm" feiert in diesem Jahr ihr 500jähriges Jubiläum. Sie wurde 1506-09 von dem Schlosser Jörg Heuss geschaffen, die Figuren fertigte der Kupferschmied Sebastian Lindenast d.Ä. (geb. um 1460, gest. zwischen 1520 und 1529). Die Uhr erinnert an den Erlass der Goldenen Bulle im Jahr 1356 und stellt die Huldigung Kaiser Karls IV. durch die sieben Kurfürsten dar. Jeden Tag um 12 Uhr öffnen sich die beiden Türen links und rechts des thronenden Kaisers, und die Figuren der sich verneigenden Kurfürsten ziehen vorbei. Einige der ehemals kupfergetriebenen, vergoldeten und farbig gefassten Figuren wurden im 19. Jahrhundert durch Holzkopien ersetzt (v.a. die Kurfürsten, der Verbleib der Originale ist nicht bekannt), die Figuren des thronenden Kaisers und der Fanfarenbläser sind noch die ursprünglichen.

Literatur und Links: